94. Bundesversammlung der DPSG: Wahl einer neuen Bundesvorsitzenden und eine klare Positionierung im Aufarbeitungsprozess
Luise Klingler wird neue Bundesvorsitzende der DPSG
Ab Oktober wird Luise Klingler neue Bundesvorsitzende der DPSG und tritt die Nachfolge von Annkathrin Meyer, die nach 6 Jahren ihr Amt niederlegt, an. Sie setzte sich damit gegen Sarah Braun durch.
„Gemeinsam Verantwortung für den Verband übernehmen“, dieses Ziel möchte Luise Klingler in den nächsten Jahren als Bundesvorsitzende verfolgen. Gerade durch ihr junges Alter sieht die 21-Jährige die Chance, Brücken zwischen verschiedenen Sichtweisen zu schlagen. Auch die Themen Aufarbeitung und Prävention möchte Luise im Fokus behalten: „Hinschauen, wo andere bisher wegguckt haben“, fordert Luise, „denn Selbstreflexion erfordert Mut.” Auch die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen und deren Rechte möchte Luise weiter stärken und appelliert, sich in Gesellschaft und Politik sichtbarer zu machen und klar Haltung zu beziehen.
Verleihung des Goldenen Ehrenkreuzes des BDKJ
Im Rahmen der Bundesversammlung war BDKJ-Bundesvorstand Henner Gädtke zu Gast. In seiner Ansprache würdigte er den herausragenden Einsatz von Annkathrin Meyer, die in den vergangenen Jahren als Bundesvorsitzende die Arbeit des Verbandes maßgeblich geprägt hat. Für ihr großes Engagement verlieh der BDKJ-Vorstand Annkathrin Meyer als Zeichen der Anerkennung das Goldene Ehrenkreuz des BDKJ.
Aufarbeitungsprozess: Verantwortung übernehmen, Zukunft gestalten
Mit Beschluss des Antrages zur Aufarbeitung von sexualisierter und spiritueller Gewalt in der DPSG, erkennt der Verband das Leid der Betroffenen an, übernimmt Verantwortung und gestaltet die Zukunft weiter, um die DPSG zu einem sichereren Ort für alle Mitglieder zu machen. Ein neuer Beirat aus externen Personen und ein Aufarbeitungsteam sollen zukünftig dazu beitragen, dieses Ziel weiter zu verfolgen.
Mit der Positionierung verpflichtet sich die DPSG, nicht nur sich selbst weiter kritisch zu hinterfragen, sondern auch von außen kritisch bewerten zu lassen. Die Grundlage für das zukünftige Handeln des Verbandes sind die Ergebnisse der im Februar 2026 veröffentlichten Studie zur Aufarbeitung von sexualisierter und spiritueller Gewalt in der DPSG.
„Meine Stimme, mein Verband!“
Mit der Strategie „Meine Stimme, mein Verband!“ will die DPSG in den nächsten 5 Jahren Demokratie nicht nur zu vermitteln, sondern erlebbar und gestaltbar machen. Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen steht ebenso im Fokus wie die Stärkung von strukturschwachen Regionen der DPSG. Insbesondere im Osten Deutschlands nimmt der Bundesverband die Notwendigkeit wahr, Pfadfinden für noch mehr Kinder und Jugendliche zu ermöglichen. Zudem bleibt die DPSG dem Motto treu: „Pfadfinden ist politisch.“ Dabei will sich der Verband besonders gegen den aufkommenden Rechtsruck stark machen.
Weitere Beschlüsse
Neben der Erhöhung des Mitgliedsbeitrags ab dem 01.01.2027, wurde auch die Senkung der Kluftpreise im Rüsthaus beschlossen. Zudem wurde sich für eine alkoholfreie Bundesversammlung im nächsten Jahr ausgesprochen und die geschlechtergerechte Repräsentation bei Vorstandsvakanz auf Diözesaneben entschieden. Informationen zu weiteren Beschlüssen der 94. Bundesversammlung können unter https://bv.dpsg.de/ aufgerufen werden.