Medientipps von Pelbagai

Erschienen am: 19. November 2021 in Blog
Pelbagai, das Maskottchen der Jahresaktion 2022, gibt Medientipps
Passend zur Jahresaktion 2022 "Farbfinden - Von Natur aus Bunt" gibt es eine Vielzahl an Medien, die sich mit den Themen Geschlechtergerechtigkeit und sexuelle Vielfalt auseinandersetzen. Eine Auswahl der Bücher, Filme, Serien und Spiele wird hier - stellvertretend von Pelbagai - vorgestellt.

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Bücher

„Keine Angst in Andersrum“ von Olivia Jones

„You don’t look gay” von Julius Thesing

Buchcover von "You don't look gay" von Julius Thesing

„Du siehst gar nicht schwul aus“ und „Wer von euch beiden ist denn die Frau?“ – beides Aussagen, die ihr vielleicht selber schon gehört habt, eventuell sogar selber mal gesagt habt. Julius Thesing fasst persönliche Erfahrungen und Fakten zu Homophobie zusammen und hält der*dem Leser*in einen Spiegel vor, ohne zu verurteilen. Sein Buch regt zum Nachdenken an, bleibt dabei aber optimistisch und formuliert die Hoffnung, dass immer mehr Menschen den Weg der Toleranz mitgehen.

ab 12 Jahren

 

„Ich bin Linus – Wie ich der Mann wurde, der ich schon immer war“ von Linus Giese

„Unsichtbare Frauen – Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert“ von Caroline Criado-Perez

Buchcover von "Unsichtbare Frauen" von Caroline Criado-Perez

In diesem Buch wird auf anschauliche Weise klar, welche Rolle und welchen Stellenwert die Frau in der heutigen Gesellschaft hat. Denn Daten werden in unserer Welt grundsätzlich am weißen Cis-Mann gemessen und erhoben, wodurch die Bedürfnisse von Frauen gänzlich vergessen werden.

Die Autorin zeigt eindrucksvoll anhand von Beispielen aus dem Alltag und der Zeitgeschichte, wo die Datenlücken zu ungleichen Bedingungen führen: von der Verkehrsplanung (wo der Straßenbau für Fahrzeuge berücksichtigt wird, das Bewegungsmuster der Frau jedoch nicht) bis hin zu der Tatsache, dass Büroräume meist eine zu niedrige Temperatur für Frauen haben (weil die Durchschnittstemperatur an den Empfindungen des Manns gemessen wurde und diese meist fünf Grad Celsius kühler ist als die der Frau).

Diese Gender Data Gap zieht sich durch nahezu jeden Lebensbereich und beeinflusst zumeist unbewusst. Aufgrund der unvollständigen Daten werden Entscheidungen von Menschen in Führungspositionen meist unzureichend getroffen. Das muss nicht einmal böswillig geschehen, sondern kann auch schlichtweg aus Unwissenheit passieren.

Caroline Criado-Perez spricht klar und deutlich die Defizite der erhobenen Daten an und belegt ihre Arbeit mit reichlich Quellen. Dabei entsteht nicht der Eindruck, dass die Autorin dramatisiert. Ganz im Gegenteil, denn ihre Recherchen erscheinen authentisch zu einem guten Sammelwerk zusammengeführt.

Das Buch ist mit knapp 500 Seiten keine Abendlektüre, die man mal eben nebenbei liest, aber es kann Augen öffnen und ein Bewusstsein für die immer noch große Ungerechtigkeit gegenüber Frauen in unserer Gesellschaft schaffen. Caroline Criado-Perez Schreibstil ist sehr locker und flüssig, was das Buch trotz „schwerer Kost“ zu einer mühelosen und kurzweiligen Schrift macht.

Das einzige Manko ist, dass die Autorin andere Frauen – wie zum Beispiel Frauen mit Handicap, Frauen aus der LBGTQ*-Szene und BIPoc-Frauen – fast in Gänze außen vorlässt. Stattdessen bezieht sie sich nur auf Cis-Frauen in der Gesellschaft. Vielleicht ist das aber auch ein Anlass für jede*n Leser*in, das Thema weiterzudenken und mit feministischen Augen durch die Welt zu gehen.

ab 16 Jahren

 

Filme

„Love, Simon“

„Tomboy“

Filmplakat zu "Tomboy"

Laure trägt ihre Hosen am liebsten weit und die Haare kurz. Wie ein typisches Mädchen sieht sie nicht aus und möchte eigentlich auch keins sein. Als sie mit ihren Eltern umzieht, nutzt sie ihre Chance und stellt sich ihren neuen Freund*innnen als Michael vor. Für ihre Familie bleibt sie Laure, während Michael mit den Jungs rauft und Fußball spielt. Wie lange kann das gut gehen? Ein berührendes und trotzdem lustiges Drama, das die bestehenden Geschlechterrollen bei Kindern hinterfragt.

FSK 6

 

„Nur die halbe Geschichte“

Serien

„Please Like Me“

Filmplakat zu "Please like me"

Der 21-Jährige Josh muss sich vielen Veränderungen in seinem Leben stellen. Nachdem sich dann auch noch seine Freundin von ihm trennt, bekommt er allmählich das Gefühl, schwul zu sein. Die Serie greift zahlreiche Klischees aus dem Alltag auf und verarbeitet diese humorvoll und mit viel Empathie.

FSK 12

 

„Love, Victor“

„Sex Education“

Plakat zur Serie "Sex Education"

Otis ist ein eher schüchterner Junge mit einem außergewöhnlichen Nebenverdienst: Er berät seine Mitschüler*innen rund um das Thema Sexualität. Das Angebot erfreut sich großer Nachfrage. Kein Wunder, denn seine Mutter ist eine bekannte Sex-Therapeutin und die sexuelle Aufklärung an seiner Schule lässt eher zu wünschen übrig. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und mit viel Humor behandelt die Serie Probleme von Jugendlichen, die ihre Sexualität erkunden, und kann selbst Erwachsenen noch etwas beibringen. Dabei besticht sie mit gut entwickelten Charakteren und insbesondere einer inklusiven und selbstverständlichen Darstellung von LGBTQ*.

FSK 16