rover gezwitscher
- Einladung der Polnischen Pfadfinder zu http://tinyurl.com/yku2ne9 10.03.2010
- Alle weiteren Informationen zum gewonnen Heinz Westphal Preis findet Ihr ab sofort unter www.roverpara.de 10.12.2009
- Platz 1 für die Roverstufe - mit rbu und euren Projekten haben wir den Heinz | Westphal | Preis gewonnen! Glückwunsch. 09.12.2009
Blitzmerker

Bist Du fit?!? – Der Baden-Powell-Fitnesscheck
Aktuell ist es doch viel gemütlicher, sich aufs Sofa zu fläzen, Leckereien zu genießen und möglichst nicht vor die Tür zu gehen. Zugegeben, das kennen wir. Ist das eine Phase, so ist das auch sehr schön und entspannend, wird es allerdings zum Dauerzustand, lohnt es sich, mal zu überlegen, ob es wirklich der richtige Ansatz ist, um sagen zu können: „Ja, ich bin fit.“
Wenn du dich jetzt fragst, was diese Frage nach Fitness überhaupt soll und ob wir gleich Jane Fonda zitieren und dann noch Werbung für das nächste Fitnessstudio machen wollen, dann können wir dir beruhigt „nein“ sagen. Wir greifen mit „Fitness“ ein Thema auf, das bereits für Baden-Powell wichtig war. Der sagt nämlich:
„Der Wahlspruch der Pfadfinder lautet: ALLZEIT BEREIT! Er besagt, dass du jederzeit geistig und körperlich bereit bist, deine Pflicht zu tun.“
Er meint mit geistiger Bereitschaft, die Fähigkeit, „Anordnungen zu gehorchen und das was man tut, gründlich zu überdenken, um jederzeit das Richtige zu tun“. Unter körperlicher Bereitschaft versteht er, sich „stark, gelenkig und fähig zu erhalten, um im richtigen Augenblick das Richtige zu tun“(vgl. „Pfadfinder“, S. 42). Baden-Powell gibt uns sogar Gesundheitsübungen und Richtlinien für ein gesundes Leben an die Hand (Merke: „Man braucht täglich nur ungefähr zehn Minuten und keinerlei Turngerät“ (vgl. „Pfadfinder“, S.217). Spannend ist auch, dass er uns Tipps für „gesundheitsfördernde Gewohnheiten“ gibt. Diese haben vor allem das Ziel, dass man sich selbst und andere gesund erhält und somit kein Geld für Ärzte und Medikamente benötigt (vgl. „Pfadfinder“, S. 231). Mit den Hinweisen, sich selbst und seine Kleidung sauber zu halten, nicht zu rauchen, nicht zu trinken, früh aufzustehen und Leibesübungen zu machen und viel zu lachen (vgl. „Pfadfinder“ S. 231 – 237), war Baden Powell so gesehen auch schon damals ein ganz aktueller Gesundheits- oder Fitness-Coach.
Zugegeben, die Tipps von BP würde man heute anders formulieren. Aber der Grundgedanke ist einfach und nach wie vor aktuell: du sollst auf dich aufpassen, damit es dir langfristig gut geht. Und dazu gehört es auch, dass du es deinem Körper gut gehen lässt, ihn also zum Beispiel in Schwung hältst. Und das ist schwieriger geworden als es schon mal war: Viele Dinge, die uns das Leben leichter machen, sind bequem, fordern unsere Fitness also nicht. Das können so einfache Dinge sein wie eine Online-Bestellung, bei der du alles vom Computer aus machen kannst anstatt zum Verkäufer zu fahren und die Sachen zu holen. Es kann aber auch das Essen sein, das du aus der Packung ziehen und nur noch heiß machen musst, anstatt die einzelnen Zutaten zuzubereiten.
Wozu diese alten Tipps? Was ist das Aktuelle daran? Und worum geht es überhaupt?
„Roverinnen und Rover haben Spaß und genießen mit allen Sinnen. […] Sie begreifen ihren Körper ganzheitlich als aktiven und schätzenswerten Teil ihrer Persönlichkeit: Geist und Körper werden in Bewegung gebracht.“
Das ist roverkult, wie er in der Ordnung für die Roverstufe steht. Wir wünschen uns daher sehr, dass Roverinnen und Rover auf sich aufpassen, ihren Körper kennen, schützen und pflegen, auch wenn das nicht immer leicht ist, wie die folgenden Fakten zeigen:
Auch wenn die Frage nach der eigenen Fitness und Gesundheit vielleicht lästig erscheint, so lohnt es sich, sie sich selbst doch mal zu stellen. In Deutschland waren laut der „zweiten nationalen Verzehrstudie“, die 2008 veröffentlicht wurde, „rund 70 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen übergewichtig, jeder fünfte Deutsche fettsüchtig (BMI 30 und darüber). Tendenz steigend. Besorgnis erregend ist das Übergewicht von Kindern. Derzeit bringt in Deutschland schon jedes sechste Kind zu viel auf die Waage. Sieben bis acht Prozent der Kinder sind fettsüchtig. Eine wahrhaft schwere Bürde, denn dicke Kinder haben gute Chancen, dicke Erwachsene zu werden.“ Übergewicht und damit meist verbundener Bewegungsmangel fördert unter anderem Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und Gelenkerkrankungen. Alles nichts, um sagen zu können: „Ja, ich bin fit.“
Ebenso kritisch wie das Thema Übergewicht ist die Frage nach dem Untergewicht und Essstörungen. „Frauen waren 2005 wesentlich häufiger (4 %) von Untergewicht betroffen als Männer (1%). Junge Frauen im Alter von 18 bis 19 Jahren waren sogar zu 14% untergewichtig, 20- bis 24-Jährige noch zu 11%.“
Wir können also zusammenfassen: Bereits Baden-Powell hat’s gesagt: ein Pfadfinder soll ALLZEIT BEREIT sein. Das funktioniert nur, wenn man sich ausreichend bewegt, sich gesund ernährt und das Wissen darüber, wie man fit bleibt an andere weitergibt. Deshalb: Runter vom Sofa, raus in die Natur und nur ein Plätzchen am Tag! Auf den folgenden Seiten haben wir noch mehr Tipps und Hinweise, wie es im Alltag und im Lager möglich ist, sich gesund und fit zu halten. Ihr könnt auch gerne auf Baden-Powells Tipp „Gib jedem Pfadfinder eine Karte, auf der er seine Körpermaße eintragen kann. Sorge dafür, dass diese Messungen regelmäßig alle drei Monate vorgenommen werden“ („Pfadfinder“, S. 228) verzichten.
tw und mr