Internationale Katholische Konferenz des Pfadfindertums

Die Internationale Katholische Konferenz des Pfadfindertums (IKKP), geläufiger unter ihrer englischen Bezeichnung ICCS (International Catholic Conference of Scouting) oder der französischen Bezeichnung CICS (Conference International Catholique du Scoutisme) hat ihre Ursprünge im Internationalen Büro der katholischen Pfadfinder, welches 1920 im Rahmen des ersten Weltjamboree durch den französischen Jesuiten Jacques Sevin, den italienischen Grafen Mario die Carpegna und den Belgier Jean Corbisier geschaffen wurde.

Das „Büro“ gab sich damals Statuten, die von elf Ländern angenommen wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die etablierten Kontakte wieder aufgenommen und man entschied, sich einmal jährlich zu treffen.

Der Vatikan erkannte im Jahr 1962 im Rahmen der Schaffung neuer Statuten das Büro an, zunächst unter der Bezeichnung International Catholic Scouting Confe­rence (ICSC). Später erfolgte die Umbenennung in den noch heute gültigen Namen.

Die Internationale Katholische Konferenz des Pfadfindertums hat ihr Weltbüro in Rom. Die Vereinigung wird ehrenamtlich vom Generalsekretär geleitet, der von der Weltkonferenz gewählt wird. Dies ist seit 2002 der ehemalige Auslandsbeauftragte der DPSG, Dr. Baldur Hermans (Essen). Unterstützt wird er zum einen von einer Bürokraft in Rom, zum anderen ehrenamtlich von den Mitgliedern des "World Secretariat" und "Steering Committee". Die ICCS hat kontinentale Untergliederungen, für uns die Europa-Mittelmeerregion.

Wichtigstes Ziel dieser weltweiten Vereinigung ist es, einen Beitrag zu leisten zur umfassenden Erziehung junger Menschen auf dem Boden der pfadfinderischen Methode und geleitet durch den christlichen Glauben.

Darüber hinaus hat die ICCS natürlich auch das Bestreben, die katholische Pfadfinderbewegung in angemessener Weise in der katholischen Kirche zu vertreten sowie den Dialog zwischen ihr und der Weltpfadfinderbewegung (WOSM) zu fördern.

Die ICCS stellt sich von außen betrachtet somit zunächst einmal dar als eine von vielen internationalen Organisationen, mit denen sich DPSG zu beschäftigen und auseinanderzusetzen hat. Auch wenn die Beschäftigung damit für das „normale“ Mitglied eventuell auf den ersten Blick als wenig durchschaubar und transparent erscheint, bleibt zunächst festzuhalten, dass jede Mitgliedschaft in einer internationalen Vereinigung oder Bewegung für die DPSG eine geeignete Platform ist, in Europa und der Welt Flagge zu zeigen und internationale Kontakte zu pflegen, aufrecht zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Pfadfinder zu sein bedeutet auch, sich immer wieder bewusst zu machen, einer internationalen Jugendbewegung anzugehören und in besonderem Maße auch, über die eigenen nationalen Grenzen hinaus zu denken. Insofern besteht nicht nur der Anspruch, sondern auch die Verpflichtung, diesem Anspruch gerecht zu werden, also vor allem Kontakte zu pflegen mit anderen europäischen und au­ßereuropäischen Ländern. Es ist weniger eine Last als vielmehr eine Chance, in diesem Zusammenhang als Partner anerkannt zu sein und international beachtet und respektiert zu werden. Außerdem können wir nur so darlegen, welche Vorstellungen wir vom Pfadfinderleben haben und welche Prinzipien und Grundsätze für uns wichtig sind in Bezug auf die Erziehung junger Menschen.

Oftmals mögen Vertretungsaufgaben, und so auch die in der ICCS, als „Funktionärskram“ betrachtet und damit auch diskreditiert werden. Diese Betrachtungsweise greift jedoch zu kurz, wenn man berücksichtigt, dass in einer Welt, die nun mal im Rahmen von Globalisierung zusammengerückt ist, internationale Kontakte eine enorme Bedeutung haben. In diesem Zusammenhang darf nicht unterschätzt werden, dass gerade wir als Deutsche in dieser Hinsicht zum einen einen Nachholbedarf und zum anderen angesichts unserer Geschichte eine besondere Verantwortung haben.

Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang auch, dass bei aller mehr oder minder berechtigten Kritik die in Kirche angesiedelten unterschiedlichen Organisationen, und dazu gehört eben auch die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, als wesentliche Bestandteile und Repräsentanten eines vitalen kirchlichen Lebens eine bedeutende Rolle spielen. Sie sind wichtige Bestandteile eines funktionierenden gesellschaftlichen Lebens in Kirche und sollten zu Recht, wie Papst Johannes Paul II. es bezeichnet hat, betrachtet werden als Bewegungen, die der Kirche „Vitalität“ verleihen, die „Gottes Geschenk“ und „ein wahrer Frühling des Geistes“ sind.

Abgesehen von der Pflege internationaler Kontakte und der katholischen Weltpfadfindertradition bietet die ICCS unterschiedliche Veranstaltungen an, die sich v.a. an Leiterinnen und Leiter richtet. Sie sollen alle in der katholischen Pfadfinderbewegung Verantwortlichen in Ihrer Arbeit mit Jugendlichen unterstützen, insbesondere im Hinblick auf die spirituelle Ausrichtung ihres Tuns.

So bietet beispielsweise die Europa-Mittelmeer-Region der ICCS jährlich ein Seminar unter dem Titel „Living Stones“ an. Dieses Seminar dient u.a. dem Ziel, die persönlichen spirituellen Kompetenzen sowie den gegenseitigen kulturellen Austausch und Freundschaft auf internationaler Ebene zu stärken und zu fördern. Das letzte „Camp of the Living Stones“ fand beispielsweise im August 2008 in Polen statt. Es ging dabei schwerpunktmäßig um Methoden in der Glaubenserziehung.

Die Vertretungsaufgaben bei der ICCS nehmen gewöhnlich der Bundeskurat sowie der Auslandsbeauftragte in Verbindung mit einem weiteren DPSG-Delegierten, der in der Regel dem Internationalen Arbeitskreis angehört, wahr.

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