Bolivien
Asociación de Scouts de Bolivia (ASB)
Die ASB ist
mit ca. 10.000 Mitgliedern der einzige
Pfadfinderverband in Bolivien. Die genaue
Mitgliederzahl ist schwer anzugeben da viele Pfadfinder
keinen Beitrag bezahlen können und somit auch nicht
gemeldet sind. Trotzdem arbeiten sie in der ASB mit.
Die meisten Stämme sind in den Städten angesiedelt, da
auf dem Land die Infrastruktur sehr schlecht ist und
dies die Arbeit erschwert. Traditionell kommt eine
Großzahl der Mitglieder der ASB und ganz besonders der
Teil der Mitglieder in leitenden Funktionen aus der
Mittel- bzw. Oberschicht. Die ASB ist ein koedukativer
Verband und konfessionell nicht gebunden. Die Trupps
setzen sich meist aus Schülerinnen und Schülern einer
Schule zusammen. Die sozialen Unterschiede bestehen
damit weniger innerhalb der Trupps sondern mehr
zwischen den Trupps verschiedener Stadtviertel.
In der normalen Gruppenarbeit kommt das
traditionelle Pfadfindertum stark zum Tragen, das sich
in Naturverbundenheit und Lagerbautechniken
wiederspiegelt. Einen wichtigen Aspekt ihrer Arbeit
sehen die bolivianischen Pfadfinder aber auch im
soziale Engagement für ihre Gesellschaft. So beteiligen
sich regelmäßig ASB-Gruppen an der Kampagne »Clean up
the World« des Weltverbandes. Eine weitere interessante
und wichtige Aktion ist die Kampagne »Salvemos vidas«
(Lasst uns Leben retten). Dabei suchen die Pfadfinder,
vom Wölfling bis zum Leiter, Familien in den armen
Stadtvierteln auf, und informieren mit welch einfachen
Mitteln Durchfallerkrankungen zu behandelt werden
können. (Durchfallerkrankungen sind immer noch der
Hauptgrund für die hohe Kindersterblichkeit in
Lateinamerika.) Die Kampagne wird zusammen mit Unicef
durchgeführt. Die Partnerschaft
Seit 1964 gibt es Kontakte zwischen der ASB und DPSG. Höhepunkte der Zusammenarbeit waren stets die Jahresaktionen der DPSG, welche zusammen mit der ASB durch geführt wurden. Die erste gemeinsame Aktion war 1984 »Saatgut für Bolivien«. 1987 folgte dann die Jahresaktion »Viva Cochabamba«, deren finanzielles Ziel es war, ein Gemeinwesenzentrum in Cochabamba zu bauen. Dort sind eine Holz- und eine Metallwerkstatt untergebracht. Diese bezuschussen über den Verkauf ihrer Produkte Ausbildungskurse in den Bereichen Elektrotechnik und Schneiderei, die im Zentrum stattfinden. Darüber hinaus ist im Zentrum eine Bibliothek untergebracht, die den Kindern und Jugendlichen kostenlos zur Verfügung steht. Die bisher letzte gemeinsame Jahresaktion war 1999 »Movida Bolivia«, bei der das Zentrum für Lehrerausbildungen um- und ausgebaut wurde. Das Zentrum wird heute noch regelmäßig von DPSG-Gruppen als erster Anlaufpunkt in Bolivien besucht. Insbesondere die Jahresaktion »Viva Cochabamba« ist noch vielen Mitgliedern der ASB und DPSG in guter Erinnerung, da daraus auch Partnerschaften auf Diözesan- und Bezirksebene entstanden. Dies macht gerade die Besonderheit dieser Partnerschaft aus: es ist gelungen sie auch auf die unteren Ebenen der Verbandes zu transportieren. So hat der Bezirk Würm-Amper mit Potosi, der Diözesanverband Hildesheim eine Partnerschaft mit dem Distrikt La Paz, Der Diözesanverband Münster mit dem Distrikt Santa Cruz und der Diözesanverband Trier mit Cochabamba. In Trier gibt es sogar mehrere Stämme die Direktpartnerschaften mit bolivianischen Stämmen pflegen.
Die Homepage der ASB: www.scoutsdebolivia.org

