The Spirtit of Africa in Dortmund
Bild: Daniela Drilling
Bild: Daniela Drilling
Bild: Daniela Drilling

Wahnsinn! Über 30 Interessierte fanden  am 19. März  den Weg zu unserem  Multiplikatorentreffen der Jahresaktion „Our  World-Our Challenge“ in Dortmund. Wir finden es super, dass unsere diesjährige Jahresaktion so viele begeisterte Anhänger gefunden hat.

Vormittags gab es ein paar informative Einheiten. Zuerst eine Präsentation über die Jahresaktion und über die „Challenge“, die Wette. Anschließend präsentierte Stefan Rostock von Germanwatch  Fakten über den menschengemachten Klimawandel. Wie Klima definiert wird, wie sich das Klima in den nächsten Jahren entwickeln wird, wenn wir nichts dagegen tun und welche Möglichkeiten wir haben, etwas dagegen zu tun. Diesen professionellen Einblick ins Thema „Klimawandel“ wurde von allen Teilnehmenden als sehr lehrreich bewertet. Das Mittagessen war typisch afrikanisch:  Chakalaka mit Polenta. Gegessen wurde natürlich mit den Händen!

Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen von Afrika. Mit einem Gumboot-Dance faszinierten die zwei afrikanischen Gäste Sifiso und Vusi. Nicht nur die Multiplikatoren sondern auch die Dortmunder.  Und beim Zuschauen blieb es dann nicht lange. Mit Begeisterung ließen sich die Multiplikatoren mitreißen und liefen singend und tanzend über den Platz. Typisch Pfadfinder eben! Im Anschluss erzählte uns Sifiso etwas über die Pfadfinderarbeit in Südafrika und wie sie den Klimawandel erleben.

In der letzten Einheit gab es Workshops, in denen die Themen Klimawandel und Südafrika theoretisch und praktisch umgesetzt wurden. Und zum Abschluss wurde es noch einmal südafrikanisch. Mit ein paar Mitmach-Liedern verabschiedeten wir uns von unsren neuen 31 Multiplikatoren der Jahresaktion „Our World-Our Challenge“.

Vielen Dank für eure Teilnahme, liebe Multiplikatoren! Bringt den „Spirit of Africa“ auch in die anderen Teile von Deutschland und setzt ein Zeichen gegen den menschengemachten Klimawandel!

Wenn ihr wissen wollt, ob es auch in eurer Region einen Multiplikator gibt, der euch Fragen zur Jahresaktion beantworten kann oder euch bei der Vorbereitung von Aktionen beraten kann, dann sendet eine e-mail an jahresaktion2011[at]dpsg-international.de

 

 

 

South Africa - the Rainbownation
Bild: Kinder im SiyaKhula Children Center (Gabriele Kling)
Bild: Südafrikanische und deutsch Multiplikatoren der Jahresaktion (Gabriele Kling)
Bild:Am Kap der Guten Hoffung (Gabriele Kling)

Ein Bericht über die Multiplikatorenreise 2010 nach Süd Afrika

Los ging es am 24. September. Allein scon den Flug fand ich als Extremwenigfliegerin sehr spannend und anstrengend: Elf Stunden in einer – zugegeben recht großen – Konservenbüchse ohne Frischluft und einmal Afrika überquerend geht ganz schön an die Reserven. Ebenso die Landung auf knapp 2000 Metern in Johannesburg. Uns erwartete dort die erste afrikanische Wartezeit (drei Stunden für zwei Mietautos) sowie das „national forum“ der South African Scout Association (SASA) mit vielen fröhlichen, uns sofort ins Herz schließenden Pfadfinderinnen und Pfadfindern. Außer dass wir Deutsche waren, fanden sie noch einen anderen Aspekt an uns sehr verwunderlich: Wir sind ja alle so jung! In Südafrika dauert die Roverzeit von 18 bis 35 (!) Jahren – und in der Regel wird man danach erst Leiter. Dass unser Bundesvorsitzender gerade mal 31 Jährchen auf dem Buckel hat und wir mit 25 oder 26 Jahren bereits „provincial commissioners“, also Diözesanvorstände sind, hat für allgemeine Verwunderung und für ungläubige Nachfragen gesorgt.  

Wir wiederum haben uns in Südafrika über andere Dinge gewundert: Wir waren am anderen Ende der Erdkugel angekommen – und doch gab es so viele Ähnlichkeiten zwischen uns! Die Kleingruppenarbeit, die Themen (nicht nur die DPSG ist im Wandel...), die Anzahl von Laptops auf der Versammlung, und nicht zuletzt: Wir haben sehr oft gespürt, was es heißt, Teil der Weltpfadfinderbewegung zu sein. Immer mal wieder wurde Bipi erwähnt – und jeder wusste, worüber wir gerade sprechen. Eine gemeinsame Geschichte kann sehr verbindend wirken....

Doch auch die Unterschiede zwischen SASA und DPSG sind erwähnenswert: Die Jagd nach „badges“, also nach Aufnähern für die Erfüllung einer besonderen Aufgabe ist bei uns eher unbekannt und erinnert stark an die Boy Scouts of America. Sehr schön anzusehen war dabei ein Ausbildungskurs in der Provinz Western Cape (bei Kapstadt) für die Altersstufe Jungpfadfinder/Pfadfinder, wo zunächst kleine Modelle von außergewöhnlichen Lagerbauten erstellt und daraufhin nachgebaut werden mussten („Würden wir wirklich auf diesen Turm steigen wollen???!“). Dass dabei auch Führungskraft und Engagement der einzelnen Scouts bewertet wurden, rückt das Badge-System nochmal in ein anderes Licht. Amüsiert standen wir vor einer Auswahl von Badges – dem Geologen-Badge, dem Lese-Badge oder dem Feuermach-Badge. Es scheint, als gebe es für jede Fähigkeit in Südafrika ein Badge. 

Fähigkeiten von ganz anderer Art brauchen vor allem die Scouts in den ärmeren Regionen, von denen wir beispielhaft die Provinz Mpumalanga im Nordosten Südafrikas besucht haben. Hier geht es teilweise ums Überleben – und da leisten die Scouts einen erheblichen Beitrag. Wir lernten Nikki kennen, eine unglaublich lebensfrohe, motivierende, teilweise resignierende, aber doch niemals wirklich aufgebende Frau, die das Provinzbüro von Mpumalanga in White River leitet. Unterstützt wird sie dabei von Lucky (der im letzten Jahr „Coverboy“ der mittendrin war – wer an Pfingsten 2009 in Westernohe war, kennt Lucky, wer ihn nicht kennt, sollte ihn schnellstens kennen lernen!) und zwei deutschen Pfadfinderinnen der DPSG. Eine davon ist Elli aus Mannheim, die in White River ein Freiwilligenjahr verbringt. Die Pfadis hier werden unterstützt vom Netzwerk „Nangu Thina“, das von DPSGlern gegründet wurde und regelmäßig Freiwillige und andere kontaktfreudige Südafrikareisende nach Mpumalanga vermittelt.

Die Pfadfinder in dieser Provinz leben in einer ländlichen Region; immer wieder fahren wir an abbrennenden Feldern vorbei, Industrie gibt es nur vereinzelt, flache Häuser, mal aus Stein, mal aus Pappe – mal mit Dach, mal ohne, mal mit Wellblech – und staubige, meistens jedoch immerhin asphaltierte Straßen prägen unser Bild dieser Region. Was wir sehen, kommt schon recht nah an unsere Vorstellung von „Afrika“ ran.

Die Ankunft in Kapstadt ist diesbezüglich ein wahrer Kulturschock. Wenn man die Townships rechts und links der großen Straßen übersieht, könnte man auch in einer amerikanischen oder europäischen Großstadt gelandet sein – der Kolonialismus lässt auch nach Jahren noch kräftig grüßen. Ebenso der wirtschaftliche Aufschwung Südafrikas. Die „Victoria&Alfred Waterfront“ ist ein Paradies für konsumsüchtige Touristen, aber auch ein unglaubliches Beispiel für Stadtteilerneuerung und Wiederaufwertung des vormals heruntergekommenen und gefährlichen Hafenviertels.

 

Autor: Gabriele Kling, DV Freiburg

 

 

Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg South African Scout Association Nangu Thina e.V.